Pädagogik

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Vorwort

Unser Montessori-Kinderhaus, das im Jahr 2000 durch eine Elterninitiative ins Leben gerufen wurde, dient der ganzheitlichen Bildung und Erziehung. Hierbei handelt es sich um eine „Netz für Kinder“-Einrichtung. Das „Netz für Kinder“ wurde im Jahr 1993 als weiterer Baustein im System pluraler Kinderbetreuungsformen in Bayern eingeführt. Die Erziehungspartnerschaft zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern ist Leitbild der „Netz für Kinder“-Einrichtungen. Daraus ergibt sich die konzeptionelle Besonderheit des Montessori-Kinderhauses. Dies wird auch im BayKiBiG Art. 14,1 zusätzlich wie folgt beschrieben:

Eltern und pädagogisches Personal arbeiten partnerschaftlich bei der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder zusammen!

Voraussetzung dafür, ist eine vertrauensvolle Atmosphäre, die von gegenseitigem Respekt und partnerschaftlichem Verhalten geprägt ist. Diese intensive Form der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Pädagogen/innen sehen wir im Kinderhaus als eine Säule unserer pädagogischen Arbeit an und praktizieren sie tagtäglich.

Die Bezeichnung „Kinderhaus“ stammt von Maria Montessori; sie wählte bewusst einen anderen als den von Friedrich Fröbel benutzten Begriff „Kindergarten“. Denn im „Kindergarten“ ist der Erwachsene der aktive und bestimmende Teil im Umgang mit dem Kind – im „Kinderhaus“ ist das Kind das aktive Subjekt. 

Die 3 Säulen:

  1. Zusammenarbeit zwischen Eltern und Pädagogen/innen
  2. Pädagogische Prinzipien Maria Montessoris
  3. Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan (B.E.P.)

Unser Kinderhaus soll ein Ort für lebendiges Lernen durch vielfältige Lebens- und Sinneserfahrungen sein. So werden körperliche, geistige, emotionale und soziale Aspekte der Bildung und Erziehung von uns gleichwertig gewichtet und sind untrennbar miteinander verbunden .

Unser Handeln ist geprägt von dem Wunsch, dem Kind eine ganzheitliche Erziehung und ein ganzheitliches Lernen zu ermöglichen. Es soll die Chance erhalten, sich während seiner Entwicklung kontinuierlich zu entfalten. Die pädagogischen Prinzipien Maria Montessoris bilden hierbei sowohl die Basis, als auch eine tragende Säule für dieses Kinderhaus. Eine weitere tragende Säule in unserer pädagogischen Arbeit stellt der bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (B.E.P.) dar. Das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) schafft den gesetzlichen Rahmen für unsere Einrichtung.

1.Organisation

1.1 Anmeldung

Das Vilshofener Kinderhaus besteht aus einer Gruppe von 15 anerkannten Plätzen, die an Kinder zwischen zwei und sechs Jahren vergeben werden. Es handelt sich hierbei um eine integrative Einrichtung. Im Kinderhaus können Kinder mit geistigen, körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen und Kinder ohne Beeinträchtigung gemeinsam gefördert werden.

Das Kinderhaus ist gegenüber allen Nationalitäten offen! Kinder, die nicht aus dem Einzugsgebiet Vilshofens kommen, benötigen für die Anmeldung eine Finanzierungsbestätigung ihrer Gemeinde. Bei Interesse ist es jeder Zeit möglich das Kinderhaus nach telefonischer Absprache zu besichtigen bzw. zu hospitieren. Einmal jährlich findet zusätzlich ein Anmeldetag statt, dieser wird in der Presse veröffentlicht!

Voraussetzung für die Aufnahme des Kindes ist eine Mitgliedschaft im „Förderverein Montessori-Kinderhaus Vilshofen und Umgebung e.V.“.

1.2 Zeiten

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeit ist Mo.- Do. von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr, Fr. von 7.30 Uhr bis 13.00 Uhr. Die Kernzeit ist von 8.45 Uhr bis 12.45 Uhr.

Es kann zwischen drei Buchungszeiten gewählt werden: 4-5 Stunden, 5-6 Stunden und 6-7 Stunden.

Bring-/Abholzeiten

Die Bringzeit ist zwischen 7.30 Uhr und 8.45 Uhr.
Die Abholzeit ist abhängig von der jeweiligen Buchungszeit, entweder 12.45 Uhr bis 13.00 Uhr oder ab 14.15 Uhr.

Wir bitten alle Eltern die Bring/Abholzeiten zu beachten, um den Kindern einen geordneten Ablauf zu gewähren.

Betriebsferien

Die Betriebsferien/ Schließtage umfassen insgesamt 30 Tage im Jahr.
Die genauen Schließzeiten werden am Anfang eines jeden Kindergartenjahres von den pädagogischen Fachkräften und dem Vorstand festgelegt und entsprechend veröffentlicht.

1.3 Beiträge

Die einmalige Aufnahmegebühr beträgt 77 Euro.

Kinderhausbeitrag monatlich = Betreuungskosten + Spielgeld pro Kind 11 Euro.

Betreuungskosten inkl. Mittagessen

4-5 Stunden Buchungszeit

5-6 Stunden Buchungszeit

6-7 Stunden Buchungszeit

1. Kind

89 Euro

100 Euro

114 Euro

2. Kind

56 Euro

63 Euro

71 Euro

3. Kind

39 Euro

44 Euro

50 Euro

Mitgliedschaft im „Förderverein Montessori-Kinderhaus Vilshofen und Umgebung e.V.“ jährlich zu leisten:

Familie/nichteheliche Lebensgemeinschaft

41 Euro

Alleinerziehende/r, Student/in

21 Euro

Einzelperson

31 Euro

Zusätzlich fallen im Jahr pro Familie ca. 10 Euro für Putzmittel o.ä. an.

1.4 Personal

Team

Im Kinderhaus sind derzeit 2 pädagogische Fachkräfte beschäftigt. Beide besitzen eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin, zusätzlich verfügen sie über eine Montessori Ausbildung bzw. eine, der Konzeption angepassten Zusatzqualifikation.

Die Eltern werden im Kinderhaus, entsprechend der Satzung des Fördervereins, als Zweitkräfte eingesetzt. (siehe Punkt 1.5 Eltern/Elternmitarbeit!)

Regelmäßig sind Praktikanten/innen u.a. der Kinderpflegeschule, der Sozial-Pflegeschule und/oder der FOS im Kinderhaus tätig.

Auszubildende, z.B. des Montessori Dachverbandes, hospitieren zusätzlich.

Ebenfalls zum Personal des Kinderhauses gehören derzeit eine Kochkraft und eine Raumpflegerin.

1.5 Eltern

Elternmitarbeit

Bei uns sind die Eltern stark in den Kinderhausalltag eingebunden. Grundsätzlich sind alle Eltern zur Mitarbeit bei der Betreuung der Kinder als Zweitkraft oder/und als Kochhilfe verpflichtet. Die Ableistung dieser Stunden wird zu Beginn eines Monats für den folgenden Monat geregelt. Die Vergütung für diese Tätigkeit ist im Projekt „Netz für Kinder“ festgelegt und beträgt derzeit 6,50 € pro Stunde.

Die Elternteile, denen es nicht möglich ist, als Zweitkraft oder Kochhilfe mitzuarbeiten, verpflichten sich, halbjährlich vier Stunden im Kinderhaus zu hospitieren.

Zusätzlich sollte jeder Elternteil 15 Stunden für Gemeinschaftsarbeiten (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Reparaturen, Organisation von Veranstaltungen) leisten. Für nicht erbrachte Stunden ist ein Betrag von 10,00 € pro Stunde an den Verein zu entrichten.

1.6 Qualitätssicherung

Um die Qualität der gemeinsamen Arbeit für die Kinder langfristig zu sichern, werden unsere Angebote für die pädagogischen Fachkräfte und Eltern nachstehend aufgeführt.

Supervision

Nach Bedarf werden für die pädagogischen Fachkräfte Supervisionen angeboten.

Teamsitzungen

Regelmäßig finden Teambesprechungen statt. Ziele der Arbeit werden dabei immer wieder überprüft und gemeinsam reflektiert.

Jour Fix

Zwischen dem päd. Personal und den Vorstandsmitgliedern findet ein regelmäßiger Aus- tausch statt. Dabei werden pädagogisch und organisatorisch relevante Themenpunkte ge- meinsam evaluiert und geplant.

Fort- und Weiterbildung

Die pädagogischen Fachkräfte erhalten entsprechend ihres Anstellungsvertrages zusätzlich Fortbildungstage und werden dafür freigestellt.

Fachberatung/Therapeuten

Das Kinderhaus arbeitet eng mit der Frühförderung Passau, bzw. mit entsprechenden Therapeuten zusammen. Im Bedarfsfall arbeiten sie im Kinderhaus mit den betreffenden Kindern.

Zweitkraftschulungen

Einmal jährlich, bzw. zusätzlich nach Bedarf, werden pädagogische Schulungen für die Eltern, die als Zweitkräfte mitarbeiten, durchgeführt.

Elterngespräche/Entwicklungsgespräche

Entwicklungsgespräche werden mit den Eltern in regelmäßigen Abständen geführt. Eltern können jederzeit auf Wunsch ein zusätzliches Gespräch anregen.

Entwicklungsdokumentation/Portfolio

Für jedes Kind wird über die gesamte „Kinderhauszeit“ ein Portfolio angelegt, dies dient der Entwicklungsdokumentation, bzw. als Grundlage der Entwicklungsgespräche. Zusätzlich werden sogenannte Entwicklungsbögen (Perik, Seldak) geführt und evaluiert.

Elternabend

Alle acht Wochen finden verpflichtende Elternabende statt. Hierbei werden die aktuellen Themen/Aufgaben gemeinsam besprochen. Auf Wunsch der Eltern finden des weiteren pädagogisch ausgearbeitete Vorträge statt.

Elternbefragung

Eine Elternbefragung wird schriftlich 1x jährlich anonym durchgeführt. Hierbei werden die Eltern nach ihrer Zufriedenheit zu verschiedenen Themen, wie z.B. Zeiten, Angebote, Material etc., befragt.

Schutz des Kindes

Das Recht der Kinder ist höher, als das der Eltern. Auffälligkeiten werden unverzüglich angesprochen und gemeldet, um den Schutz des Kindes zu gewähren.Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII: Werden uns gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohles eines Kindes bekannt, so sind wir angehalten, bei den Eltern auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinzuwirken.

Falls die angenommenen Hilfen nicht ausreichend erscheinen oder von den Eltern nicht angenommen werden, wird eine erfahrene Fachkraft zur Abklärung der Situation hinzugezogen. Der Träger (Vorstand) unserer Einrichtung hat über das Vorgehen nach § 8a SGBVIII eine Vereinbarung mit dem Kreisjugendamt (KJA) Passau abgeschlossen.

1.7 Räumlichkeiten/Lage

Das im Jahr 2016 neu erbaute Kinderhaus befindet sich in Hanglage oberhalb des Stadtzentrums Vilshofen. Es ist von einem großzügigen Gartengrundstück umgeben, das mit verschiedensten Spielgeräten für die Kinder ausgestattet wurde. Das runde Gebäude bildet den zentralen Mittelpunkt. 

Auf dem Grundstück befindet sich zusätzlich ein Carport und ein Geräteschuppen.

Vom Eingangsbereich aus gelangt man in den großen Gruppenraum, von dem alle weiteren Räumlichkeiten der Einrichtung abgehen: Zwei weitere kleinere Gruppenräume, ein Büro, der Kinder Toiletten-Waschraum, der Küchen/Essbereich und die Garderobe mit angrenzender Erwachsenentoilette/Putzkammer.

Die Einrichtung und Nutzung der Gruppenräume ist wechselnd und richtet sich stets nach den Bedürfnissen der Kinder, angepasst an die aktuelle Gruppensituation. Derzeit befindet sich im großen Gruppenraum das Konstruktionsmaterial/Bauecke, ein Lesebereich und eine Puppenecke, in einem der kleinen Gruppenräume der Mal/Kreativraum. eingerichtet. Der zweite Raum beinhaltet das Montessori Material, zusätzlich einen Natur- und Experimentierbereich. Dieser wird auch als Ruhe/Therapieraum genutzt.

2. Einblick in die pädagogische Arbeit des Kinderhauses

2.1 Einführung

Wie im Vorwort bereits beschrieben, stellt die konzeptionelle Besonderheit des Kinderhauses die Verknüpfung verschiedener pädagogischer Einflüsse dar.

Die Basis bildet die Pädagogik Maria Montessoris, in entschiedener Anlehnung an den Bayrischen Bildungsplan (B.E.P.). Die Pädagogischen Richtungen decken sich in vielen Bereichen und lassen sich somit gut miteinander verknüpfen. Maria Montessori hat ihre Ideen nicht als fertige Lehrsätze verstanden, vielmehr als immer neue Denkanstöße. Sie hat im Laufe ihres Lebens ihre Pädagogik stetig reflektiert und entsprechend weiterentwickelt. Sie orientierte sich stets an aktuellen Bedürfnissen, bzw. Umständen.

Auch der B.E.P. erhebt nicht den Anspruch, in all seinen Ausführungen vollständig zu sein, um allen Anforderungen zu genügen. Der B.E.P. wird in regelmäßigen Abständen evaluiert und bei Bedarf an neue Entwicklungen angepasst.

Der B.E.P. befürwortet pädagogische Vielfalt und methodische Freiheit!

In diesem Sinne bietet unser Kinderhaus, durch das konzeptionell verankerte Mitwirken der Eltern, einen weiteren wertvollen päd. Einfluss. Diese Form der Mitarbeit stellt ein zusätzliches Entwicklungsfeld für die pädagogische Arbeit des Kinderhauses dar.

Die pädagogischen Ideen der wechselnden Elternschaft – in Zusammenarbeit mit den Fachkräften – wirken stets inspirierend auf die Bildungs- und Erziehungspraxis der Einrichtung ein. Die unterschiedlichen Einflüsse/Vorstellungen der Mitwirkenden setzt eine – daraus resultierende – Weiterentwicklung voraus. Ideen, Fragestellungen, Kritik, Einsichten etc., werden gemeinsam evaluiert und gegebenenfalls an aktuelle Bedürfnisse/auf die Lebenssi- tuation der Kinder übertragen.

Im Folgenden wird die Pädagogik des Kinderhauses vorgestellt. Anschließend folgt ein kurzer Einblick in die Pädagogik Maria Montessoris und die des B.E.P.

2.2 Montessori-Pädagogik und der B.E.P.

2.2.1 Das Menschenbild nach Maria Montessori/Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik

Maria Montessori bezeichnet das Kind als Baumeister, als einen

Baumeister seiner selbst.

Sie benennt ein Kind liebevoll als einen„geistigen Embryo“ der angeborene Selbstgestaltungskräfte besitzt. Diese kann er – nach ihren Erkenntnissen – aber nur in Abhängigkeit von seiner geistigen und materiellen Umwelt entfalten. Sie betrachtet den Menschen als Teil eines kosmischen Ganzen, der nur in Abhängigkeit von Natur, Kultur und Gesellschaft die Ausprägung der eigenen Persönlichkeit vollbringen kann.

Umgekehrt kann seine Bildung nur gelingen, wenn es durch sein Werk/sein Tun zur Lebens- möglichkeit des Ganzen beiträgt.

Hilf mir es selbst zu tun.

Sie unterstreicht damit die Bedeutung der Wechselseitigkeit von Mensch und Umwelt für die Entwicklung des Kindes. Daraus resultiert für sie das Handeln sowie die Verantwortung bzw. die Rolle des Erwachsenen bzw. des Erziehenden! Dies wird im päd. Handeln deutlich, durch die z.B. dafür entsprechend vorbereitete Umgebung. Vorbereitete Umgebung heißt in der Montessori Pädagogik:

…vorbereitet für Entwicklung und Lernen durch selbständige Aktivität der Kinder.

Es ist somit die Aufgabe der zu Erziehenden, die Aktivitäten und Prozesse der einzelnen Kinder, ihren Entwicklungsstand und die aktuellen Entwicklungsschwerpunkte individuell wahrzunehmen. Die Umgebung, die Angebote und Aktivitätsmöglichkeiten so vorzubereiten, dass die Kinder, ihrem Tempo entsprechend, selbst tätig werden können.

Die Umgebung/die Räume/das Material ist einfach, ansprechend und klar strukturiert, so können sich die Kinder orientieren, sich sicher und unbelastet fühlen. Die äußere Ordnung erleichtert es dem Kind, seine innere Ordnung zu finden!

Der Erzieher soll nicht Loben, Strafen und Verbessern! Daher haben, z.B. die Materialien, Raum, Regeln etc., in der Montessori-Pädagogik die Besonderheit einer integrierten, sichtbaren und z.T. greifbaren Fehlerkontrolle für das Kind.

Weitere Prinzipien in der Montessori-Pädagogik sind: Das Kind hat die freie Wahl seiner Arbeit – dabei freie Zeiteinteilung – die freie Wahl des Spielpartners – und die freie Wahl des Spielortes!

Die Achtung der kindlichen Persönlichkeit ist der prägende Faktor in der Pädagogik Maria Montessoris. Sie betrachtete das Kind als eigenständiges Wesen, das sich aus eigener Kraft und nach einem eigenen inneren „Bauplan“ entwickeln kann. Das Kind wird dabei als Einheit von Körper, Geist und Seele angesehen. Als einziges Lebewesen ist der Mensch in der Lage, seine Fähigkeiten durch Lernen auszubilden, ein Kulturverhalten zu entwickeln und in eine Gesellschaft hineinzuwachsen. Dies alles leistet das Kind allein und strebt dabei nach Unabhängigkeit und Loslösung vom Erwachsenen.

Weitere hervorzuhebende Merkmale der kindl. Entwicklung nach Erkenntnissen M.M.sind: Das Kind verfügt über einen absorbierenden Geist:

Während sich das Kind unbewusst die Kultur aneignet, baut es zu gleich seine Persönlichkeit auf. Das Kind als Baumeister des Menschen bildet sich, „indem es seine Umwelt absorbiert

Die Kindliche Entwicklung beinhaltet nach M.M. die sensiblen Phasen:

Dies sind Empfänglichkeiten für den Erwerb bestimmter Fähigkeiten mit extremer Lernbereitschaft!

Jedes Kind besitzt die Fähigkeit zur Polarisation der Aufmerksamkeit:

Kinder sind zu tiefer und absoluter Konzentration fähig. Diese kostbaren Augenblicke der Konzentration gilt es zu erkennen und zu fördern.

Die Bewegungs- und Sinnesaktivität ist für M.M. eine untrennbare Einheit.

Maria Montessori meint mit Bewegung jede körperliche Aktivität, also alles praktische Tun, nicht nur die Bewegung, die beim Ausüben von Sportarten gegeben sind.

Maria Montessori erwartet von uns Erwachsenen eine innere Haltung dem Kind gegenüber, die von Achtung, Respekt und Wertschätzung geprägt ist und immer die der Liebe bleiben muss.

2.2.2 Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan/Basiskompetenzen des B.E.P.

Der Bayrische Bildungs- und Erziehungsplan wurde vor dem Hintergrund entworfen, das das Kind als ein Wesen angesehen wird, das von Geburt an auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin angelegt ist.

Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an selbst mit

Ein solches Bild verlangt vom Erwachsenen ebenfalls bedingungslose Akzeptanz und Respektierung des Kindes. Bildung gestaltet sich laut B.E.P. ebenso als ein sozialer Prozess, eingebettet in den sozialen und kulturellen Kontext. Im B.E.P. folgendermaßen beschrieben:

Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit…denn der Mensch ist auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin angelegt. Sie wollen im Dialog mit anderen an allen Weltvorgängen teilnehmen, um ihr Weltverständnis kontinuierlich zu erweitern. Im Bildungsgeschehen nehmen Kinder eine aktive Gestalterrolle bei ihren Lernprozessen ein, sie sind Akteure mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Forderung an den Erzieher im B.E.P. ist die Förderung bestimmter sogenannter Basiskompetenzen. Im Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplan wie folgt benannt:

  • Personale Kompetenzen z.B. Selbstwertgefühl, Autonomieerleben etc.
  • Motivationale Kompetenzen z.B. Selbstregulation, individuelle Interessen etc.
  • Kognitive Kompetenzen z.B. Differenzierte Wahrnehmung, Denkfähigkeit etc.
  • Physische Kompetenzen z.B. Grob- und Feinmotorik, Regulierung körp. Anspannungetc.
  • Soziale Kompetenzen z.B. Empathiefähigkeit, Kooperationsfähigkeit etc.
  • Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz
  • Fähigkeit und Bereitschaft der Verantwortungsübernahme
  • Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe
  • Lernmethodische Kompetenz: Lernen wie man lernt!
  • Resilienz, d.h. Förderung der Widerstandsfähigkeit, schwierige Lebensumstände erfolgreich meistern!
  • Förderung und Begleitung von Übergängen

2.2.3 Förderschwerpunkte im Kinderhaus

Aus den Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik und den sogenannten Basiskompetenzen des B.E.P. ergeben sich folgende Förderschwerpunkte, die im Alltag des Kinderhauses berücksichtigt werden.

Die 5 klassischen Bildungsbereiche der Montessori-Pädagogik:

Übungen des täglichen Lebens // Sinnesmaterial- ein Schlüssel zur Welt // Sprachmaterial // Mathematikmaterial // Kosmische Erziehung

Weitere Bildungsbereiche:

Sozialerziehung // Ethische Erziehung // Rhythmisch-musikalische Erziehung // Kreativitäts- und Kunsterziehung // Förderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen // Lernfeld Demokratie

3. Eine Woche im Kinderhaus

Aktueller und auf die derzeitigen Bedürfnisse abgestimmter Tages- und Wochenverlauf:

3.1 Tagesablauf

7.30 Uhr bis 9.00 Uhr

Bringzeit/Ankommen der Kinder

9.00 Uhr

mit einem Signal werden die Kinder an die Frühstückspause erinnert

9.15 Uhr bis 11.30 Uhr

Kernzeit/die Kinder haben in dieser Zeit die freie Wahl ihrer Tätigkeit, parallel finden im Wochenverlauf verschiedene päd. Angebote statt!

11.30 Uhr

gemeinsames Mittagessen

12.00 Uhr

Spiel-Tanz-Liederkreis, Themenbezogen

ab 12.30 Uhr

erste Abholzeit

13.00 Uhr bis 14.30 Uhr

Nachmittagsbetreuung/Kleingruppen-Angebote

 Die Kinder können zu jeder Witterung den großen Außenbereich zusätzlich nutzen!

3.2 Wochenverlauf

Montag

Gesprächskreis/Wochenvorschau

Die Kinder gestalten hier ihren Alltag/Themen aktiv mit, sie können ihre Ideen einbringen, sich mitteilen etc.

Dienstag

An diesem Tag steht das Montessorimaterial im Vordergrund!

Mittwoch

Von September bis April besucht uns an diesem Tag eine namhafte Künstlerin. Alle Kinder haben mit ihr die Möglichkeit an unserer Malwand Kunstwerke entstehen zu lassen.

Donnerstag

Musikalische Frühförderung bzw. Sprachförderung stehen im Vordergrund

Freitag

Eine ausgebildete Turn- und Bewegungstrainerin führt die Kinder mit viel Spass zu Rhythmus/Bewegung und Koordination!

Der Kinderhausalltag ist zusätzlich eingebettet in Themen- und Projektwochen. Hierbei bekommen alle internen und externen Angebote einen Bezug zum jeweiligen Thema, wie z.B. Zahlen- und Buchstabenwoche, Farben, Geräusche, Theater, Zeit, Pflanzen u.v.m

Uns ist besonders wichtig, die Interessen der Kinder zu vertreten, diese aufzugreifen und zu intensivieren! Die Kinder können sich im Kinderhaus aktiv an der Gestaltung des Alltags beteiligen, Projekte anregen, auswählen…

Unser Tun ist stark geprägt durch die naturgegebenen Strukturen des Jahreskreislaufs, dies gibt unseren Kindern eine natürliche Struktur, Orientierung und Sicherheit.

Weitere Beispiele für Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten/Aktivitäten im Kinderhaus: Jahreszeiten, Feste, Ausflüge, gemeinsames Kochen, Naturerkundungen, Zahnarztbesuch, Therapiehund, u.v.m.

Bereichert wird all dies durch das Mitwirken, bzw. das Einbringen der unterschiedlichsten Fähigkeiten/Fertigkeiten/Ideen unserer Elternschaft.

4. Quellenverzeichnis

  • Maria Montessori, Leben und Werk, C.H. Beck Verlag
  • Der Bayerische Bildungs-und Eriehungsplan, Cornelsen Verlag
  • Montessori- Pädagogik im Kindergarten, Herder Verlag
  • Montessori Kinderhaus, ein Kinderhaus für alle, Das gemeinsame Konzept der Kinderhäuser im Montessori Landesverband
  • Grundgedanken der Montessori Pädagogik, Herder Verlag
  • Montessori Pädagogik, Einführung in Theorie und Praxis, Herder Verlag
  • Schule der Kinder, Leben und Lernen mit Montessori, Kösel Verlag
  • Skript: Eine Gegenüberstellung des Bayrischen Bildungsplan und der Motessori Pädagogik, Irmgard Haag